Daten zur Geschichte
Zwischen 150 v. Chr. und 400 n. Chr. besiedeln Polynesier das heutige Französisch Polynesien. Ca. 100 v. Chr. erreichen Siedler von Tonga und Samoa kommend die Marquesas Inseln. Von hier aus entdecken diese Siedler und genialen Seefahrer um 400 n. Chr. die Osterinsel, um 500 n. Chr. Hawaii, um 600 n. Chr. die Gesellschaftsinseln und um 700 n. Chr. die Austral Inseln.
1767 Der Engländer Samuel Wallis landet als erster Europäer auf seiner Weltumsegelung in Tahiti und richtet ein großes Massaker unter der Bevölkerung an.
1768 Der Franzose Louis-Antoine de Bougainville geht in Tahiti für 10 Tage vor Anker. Er führt die erste europäische wissenschaftliche Expedition zu den Inseln im Pazifik an. Seine überschwänglichen Berichte machten die Insel „La Nouvelle Cythere“ (benannt nach der Geburtsinsel der griechischen Göttin der Liebe) in Europa berühmt. Bougainville nimmt den Tahitianer Aotourou mit zurück nach Frankreich, als lebenden Beweis für seine Schilderungen von den „Edlen Wilden“. Sein 1771 veröffentlichtes Buch „Voyage autour du Monde“ wird zum Bestseller.
1769 Erster Aufenthalt des englischen Kapitäns James Cook in Tahiti während einer wissenschaftlichen Expedition. Cook kehrt in den Jahren 1773-74 (u.a. in Begleitung des deutschen Naturforschers und Pädagogen Johann Reinhold Forster und dessen Sohn Georg, Völkerkundler und Naturforscher) und 1777 nach Französisch Polynesien zurück. Cook benannte die Inselgruppe der Gesellschaftsinseln zu ehren seiner Finanziers, der Königlichen Britischen Gesellschaft der Wissenschaften.
1788 Der englische Kapitän William Bligh erreicht nur 20 Jahre nach der Entdeckung Tahitis durch die Europäer die Insel für seine bekannte Brotfruchtbaum-Mission. Im April des Jahres 1789 kommt es in den Gewässern Tongas zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Die Meuterer kehren auf Umwegen, u.a. über die Austral Inseln, nach Tahiti zurück.
1797 Ankunft der ersten protestantischen Missionare der London Missionary Society.
1804 Erste wissenschaftliche Weltumsegelung der russischen Marine unter der Leitung von Krusenstern und Langsdorf. Sie besuchen die Marquesas Inseln und entdecken weitere Inseln im Tuamotu-Archipel.
1819 Pomare II, Häuptling eines einflussreichen Stammes von Tahiti wird zum König gekrönt.
1842 Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Engländern und Franzosen, zwischen Protestanten und Katholiken, verkündet der französische Admiral Dupetit-Thouars das französische Protektorat über das Königreich Tahiti, trotz des Widerstandes der Königin Pomare IV.
1851 Der deutsche Schriftsteller Friedrich Gerstäcker verbringt 2 Monate auf Tahiti; 1861 erscheint u.a. sein Buch „Unter dem Äquator“, in dem seine Erlebnisse und Inspirationen aus dem Aufenthalt einfließen.
1863 Ankunft der ersten chinesischen Wanderarbeiter für die Baumwollplantagen von Tahiti.
1877 Gründung der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft der Südseeinseln, die bis 1914 eine wichtige Rolle auf Tahiti und den Marquesas-Inseln spielt.
1880 Die von Koenig Pomare V. unterzeichnete Annexionsakte machte aus den Gesellschaftsinseln die „Etablissements francais de l’Oceanie – EFO“, eine Kolonie der Republik Frankreich.
1897 Der deutsche Ethnologe Dr. Karl von den Steinen studiert die Kultur und besonders die Tätowierungen der Marquesaner, die dank seiner Aufzeichnungen der Nachwelt erhalten geblieben sind.
1903 Tod des französischen Künstlers und Malers Paul Gauguin auf der Marquesas-Insel Hiva Oa.
1915 Graf von Luckners Schiff „Seeadler“ sinkt in Mopelia, einem Atoll unweit der Insel Bora Bora. Sein vermeintlicher Schatz lockt viele Taucher an.
1942 Die Insel Bora Bora wird zum amerikanischen Stützpunkt im Krieg gegen die Japaner.
1946 Die „EFO“ wird zum Übersee-Territorium, alle Polynesier erhalten die französische Staatsbürgerschaft.
1947 90 Tage nach der Abfahrt von Peru strandet Thor Heyerdahls Balsafloß „Kon Tiki“ auf der Tuamotu-Insel Raroia und beweist somit die Möglichkeit vorgeschichtlicher Kontakte der Polynesier mit dem amerikanischen Kontinent.
1958 Aus den „EFO“ wird Französisch Polynesien
1961 Einweihung des internationalen Flughafens von Tahiti-Faaa. Französisch Polynesien öffnet sich dem Tourismus.
1966 Erster Atomversuch auf dem Atoll Moruroa (Tuamotu-Inseln), ca. 1200 km südöstlich von Tahiti.
1973 Die Chinesen Französisch Polynesiens werden zu französischen Staatsbürgern.
1984 Französisch Polynesien erhält den Status interner Autonomie, der Staat (Frankreich) ist weiterhin für öffentliche Ordnung, Justiz, Währung und Außenpolitik verantwortlich.
1996 Frankreich stellt die Atomversuche auf Moruroa und Fangataufa endgültig ein, auch aufgrund wachsender internationaler Proteste.
2002 Verbindliche Festlegung des Wechselkurses zwischen der lokalen Währung Pazifik Franc (CFP) und dem Euro (EUR) auf den Wechselkurs 119,33. Somit kann in Französisch Polynesien in Euro bezahlt werden. Die Währung CFP wird jedoch beibehalten und es beginnen Gespräche über eine mögliche Einführung des Euro.
2004 Französisch Polynesien wird ein französisches Übersee-Land. Damit wurde die Position der lokalen Regierung verbessert und weitere Zuständigkeiten in politischen Fragen von Frankreich an die lokale Regierung übertragen. Frankreich ist jedoch immer noch zuständig für die Außenpolitik, die innere Sicherheit, für die Justiz und Verteidigung.
2005 Oscar Temaru wird bei den Präsidentschaftswahlen im Mai zum neuen Präsidenten von Französisch Polynesien gewählt und löst damit den seit vielen Jahren regierenden und Frankreich sehr nahe stehenden Gaston Flosse ab.
2008 Der 76-jährige Gaston Flosse schmiedet eine Parteien- und Regierungsallianz mit der Partei des ehemaligen Präsidenten Oscar Temaru und wird überraschend zum neuen Präsidenten von Französisch Polynesien gewählt.
2009 Nachdem die Regierungsallianz zwischen den führenden Landesparteien erneut zerbrochen ist, nachdem es schon Mitte 2008 einen erneuten Regierungswechsel gegeben hatte und nun Abgeordnete des Parlaments mit Austritt aus der Regierung gedroht haben, kommt es im Februar zu Neuwahlen, aus denen der frühere 64-jährige Präsident Oscar Temaru als Sieger mit 37 Stimmen hervorgeht. Er verspricht, alle politischen Kräfte, auch die der Opposition in seine Regierungsgeschäfte einzubinden, um eine stabile Regierung bilden zu können.